FrauenBall


Juni 22, 2011, 7:31 pm
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Wir konnten die ehemalige Nationalspielerin Christina Zerbe für ein Interview gewinnen!
Sie spielte zwölf mal für die deutsche Frauennationalmannschaft und hat einige Erfolge vorzuweisen:
Deutsche Meisterin 2003, 2005 und 2007, DFB-Pokal-Siegerin 2003 und 2007 sowie UEFA-Women’s-Cup-Siegerin 2006. Die Abwehrspielerin spielte mehrere Jahre erfolgreich beim 1.FFC Frankfurt und wechselte zur Saisoin 2010/11 zum Hessenligisten SG Bornheim.

 

 

Foto: Bernd Löser

 

 Mit welchen Gefühlen schaust du dem Deutschen Team zu?

Ich war seit langer Zeit noch einmal im Stadion beim Vorbereitungsspiel gegen  Norwegen und die Stimmung dort war sehr schön. Die Spielerinnen sind jung,    technisch versiert und strahlen „Lust auf Fußball“ aus, das überträgt sich auch    auf mich als Zuschauer.

 Wärst du selbst gerne noch dabei und würdest dieses einmalige Erlebnis  hautnah miterleben?

Wenn ich ein paar Jahre jünger und fitter wäre vielleicht… Ich hatte schöne Zeiten mit der Nationalmannschaft, aber meine Prioritäten haben sich verschoben.

Wirst du live im Stadion dabei sein?

Nein, ich bin im Urlaub. Aber vielleicht wird das ein oder andere Spiel ja im Fernsehen übertragen…

Welche Chancen siehst du für den Frauenfußball nach der WM in Deutschland? Wird sich die WM auf die Bundesliga auswirken oder bleibt es wie von vielen vorausgesagt bei einem einmaligen Event?

 Zur Zeit wird ja enorm viel Werbung betrieben, ob Panini-Heft oder Barbie, überall wird auf den Frauenfußball und besonders auf die weibliche und attraktive Seite der Fußballerinnen aufmerksam gemacht. Um konstant im Geschäft zu bleiben, muss man meistens auch gute Leistungen zeigen und da sehe auch ich „die Nationalmannschaft“ auf einem deutlich anderen Niveau als „die Bundesliga“. Aber Grund genug um es uns Kritikern zu zeigen…

 

Wie siehst du die Vereinspolitik des 1.FFC? Schadet es nicht der Spannung der gesamten Liga, wenn die finanziell besser aufgestellten Vereine die Nationalspielerinnen abwerben?

Natürlich ist es für die Liga nicht gerade unterstützend, wenn ein Verein alle guten Spielerinnen kauft und nahezu keine Konkurrenz mehr hat. Auf der anderen Seite wird immer von professionellen Bedingungen im Frauenfußball gesprochen, doch kaum ein Verein  -abgesehen vom FFC – kann diese wirklich bieten. Ob die Dinge menschlich immer so astrein ablaufen, muss jeder selbst entscheiden – Tatsache ist jedoch, dass Siggi Dietrich sehr gute Arbeit leistet. Eine Topspielerin schießt ja auch nicht daneben, um die Liga spannender zu machen.

Vielen Dank für das Interview!

Sofie Goetze

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